Schriftsteller & Autor
Barry Jünemann

 Das neuste Werk vom Bestsellerautor

 

 

Wilbur - Hüter des Glücks

 

 

Gibt es das Glück, das Schicksal, die Vorsehung, oder ist alles nur ein Zufall, ein Ergebnis von Ursache und Wirkung, dem sogenannten Karma?

 

Begleiten Sie Kesha Jones und Ross Tate durch die Hauptstory und lernen Sie in weiteren Nebengeschichten Menschen kennen, die sich da selbst nicht mehr so sicher sind.

 

Gibt es tatsächlich einen Hüter des Glücks? Wenn ja, wie können wir ihn finden, oder findet er uns?

 

Finden Sie ihr Buch, was Ihr Leben verändern kann.

Vielleicht halten Sie es auch aber gerade in Ihren Händen.

 

 

 

 LESEPROBE

 

 

... Roscoe drehte den Zündschlüssel seines Busses und fuhr geradewegs Richtung Stadt. Bis nach L.A. sind es gute 45 Minuten. Roscoe hatte es nicht eilig und fuhr gemütlich Richtung Los Angeles. Er nahm den North Bellflower Boulevard bis zur East 7th Street. In Höhe der Mira Mar Avenue bemerkte er auf der linken Seite einen kleinen alten Buchladen. Er drehte seinen Wagen und parkte vor dem Geschäft.

 

Destiny´s Bookstore. Roscoe betrachtete sich das Geschäft eine ganze Weile von außen. Allein der Name erschien ihm bereits wie ein Vorzeichen. Warum nennt man sein Geschäft Destiny, also Schicksal, Fügung oder auch Vorsehung? Von außen sah der Laden eher etwas verstaubt aus, dunkel, fast schon antik. Eine alte braune Holzfassade bei der bereits an manchen Stellen die Farbe abblätterte. Zwei Schaufenster. Ein kleines Fenster, was jedoch mit einem weißen Tuch halb zugehängt war, so dass man nicht in die Auslage sehen konnte und ein größeres Schaufenster. Im größeren Schaufenster stand ein breites altes Holzregal, randvoll mit Büchern. Auf dem Boden des Schaufensters, direkt vor dem Regal, lagen ebenfalls Unmengen von Büchern.


Die Einbände der Bücher sahen alt aus, sehr alt. Es war eher eine antiquarische Buchhandlung. Im gleichen Moment hatte Roscoe das Gefühl ein Déjà Vu zu haben. Mit langsamen Schritten näherte er sich dem Geschäft. Roscoe drückte die alte Messingklinke der Tür nach unten und trat in das Geschäft. Mit einem langgezogenen Knarren und Quietschen öffnete sich die alte Holztür. Ein kleines Glockenspiel aus Messing, das durch das Öffnen der Tür angestoßen wurde und nun fröhlich hin und her tanzte, meldete sein Eintreten mit einem Klingeling… Klingeling an.

 

Das Innere des Buchladens hielt das, was er von außen versprach. Er war eher düster. Alles erschien in einem sepiaartigen Farbton. Der Fußboden bestand aus alten abgewetzten Holzdielen, die jeden Schritt mit einem Knarren bestraften. Die Wände links und rechts bestanden aus hölzernen und in die Jahre gekommenen Bücherregalen. Im hinteren Teil des Raumes stand ein alter breiter Tresen aus dunklem Weichholz. Ein kleiner Teil davon diente wohl als Tresen selbst, da der Rest ebenfalls mit gestapelten Büchern belegt war.

 

Hinter dem Tresen standen links und rechts zwei etwa 1 Meter breite alte Holzregale. In der Mitte war ein offener Durchgang. Ein Vorhang aus bunten kitschigen Glasperlen versperrte die Sicht auf das, was dahinterlag. Der Raum wurde durch zwei Lampen beleuchtet. Eine Deckenlampe mit drei Glühbirnen und einer Lampe, die auf dem Tresen stand. Es schien kaum Tageslicht in den Laden, da das Schaufenster dicht mit Büchern zugestellt war.

 

Im Raum lag ein Duft von altem Papier und einer Mischung von Leder, Holz, frischem starken Kaffee und Tigerbalsam. Man hatte das Gefühl, als beträte man eine andere Welt zu einer anderen Zeit.

 

»Hallo, ist hier jemand?«, fragte Roscoe und ging zum Tresen.

 

»Oh, ein Kunde. Ich komme schon, ich habe nur gerade einen neuen Kaffee aufgesetzt. Er muss gleich durch sein, dann kann ich ihnen eine Tasse Kaffee anbieten. Ich bin Wilbur Destiny, der Besitzer dieses bescheidenen Buchladens. Wie kann ich ihnen helfen?«, fragte Wilbur freundlich.

 

»Wilbur Destiny, Destiny, Destiny´s Bookstore, jetzt verstehe ich«, sagte Roscoe und reichte Wilbur die Hand.

 

»Ja, ein kleines Wortspiel meinerseits. Viele meiner Kunden haben mich schon darauf angesprochen. Und für viele war es auch so etwas wie Schicksal«, antwortete Wilbur und stellte zwei Tassen auf den Tresen.

 

Roscoe sah sich den Mann an. Wilbur Destiny war etwa 1,90 Meter groß. Er musste so Anfang der Sechziger sein. Er könnte aber auch bereits wesentlich älter sein, er war schwer zu schätzen. Er war hager, jedoch nicht dünn oder gar abgemagert. Er wirkte mehr drahtig. Er hatte längeres graugesträhntes licht gewelltes Haar. Er trug eine ovale Nickelbrille, die ihm fast von der Nase zu rutschen droht. Sein Gesicht war faltig und gebräunt. Ein kleiner grauer Bart zierte seine Oberlippe.

 

Wilbur Destiny trug eine dunkelbraune Cordhose, die von ein paar alten Hosenträgern gehalten wurde, die an die Hose geknöpft waren. Als Oberteil trug er ein, ja einfach nur ein langärmeliges verwaschenes rotes Unterhemd, wie man es aus alten Wild West Filmen kennt. Er trug einen alten braunen Fedora Poet Hut, den er leicht nach hinten geschoben hatte.

 

Wilbur Destiny hatte kräftige Hände, die von einem Mann erzählten, der mit schwerer Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen musste. In seiner linken Hand brannte eine selbstgedrehte Zigarette.

 

Wilbur´s Schläfen glänzten etwas und verteilten einen leichten angenehmen Pfefferminzgeruch, Tiger Balsam.

 

Aus dem Hinterzimmer hörte man Musik von einem alten Plattenspieler.

 

Bei genauem Hinhören fuhr es Roscoe durch Mark und Bein. Es lief die Platte "Parlami d´amore Mariù" von Tino Rossi. Eine Platte, die er bereits von seinem Vater kannte und die er auch auf seinem MP3 Player hatte.

 

Für den Bruchteil von Sekunden fühlte sich Roscoe zurückversetzt nach Philadelphia, zurückversetzt in seine Kindheit.

 

»Wie kann ich ihnen helfen, suchen sie ein bestimmtes Buch?«, fragte Wilbur freundlich und lächelte Roscoe dabei an.

 

»Was? Ja, nein… eigentlich nicht. Ich will einfach nur entspannen. Vielleicht will ich auch flüchten… aus dieser Welt voller Lügen und Betrug. Verzeihung, nein, ich habe keine festen Vorstellungen. Kein Sachbuch, nichts, wo man mich wieder belehren will, einfach etwas, was einfach nur schön zu lesen ist«, erklärte Roscoe.

 

»Ah… ich verstehe. Lassen sie mich einmal überlegen. Ich denke… ja, ich denke ich habe da was für sie. Vielleicht trinken sie ihren Kaffee und ich suche mal eben das Buch, ja?«, fragte Wilbur und war auch schon verschwunden.

 

Roscoe war wie hypnotisiert. Dieses Lied im Hintergrund, Wilbur Destiny, der Buchladen, die ganze Situation… es hatte alles etwas Irreales. Man fühlte sich wie außerhalb der Realität, als gäbe es im Geschäft selbst keine Zeit.

 

Roscoe steckte sich eine Zigarette an und trank seinen Kaffee, während er Wilbur dabei beobachtete, wie er von Regal zu Regal ging.

 

»Ah, da ist es ja. Ich wusste doch, dass ich es noch habe. Ich denke, dass sie das interessieren wird«, rief Wilbur, der gerade von einer kleinen Trittleiter hinunterkletterte.

 

»Wie ist der Titel des Buches?«, fragte Roscoe neugierig.

 

»Ich denke nicht, dass sie es kennen. Es ist ein altes Buch. Soweit ich weiß, wurde es nur in einer sehr kleinen Auflage verlegt. Der Titel des Buches sagt nicht viel über den Inhalt des Buches aus. Es handelt von einem jungen Mann, der in der Fremde sein Glück sucht. Der Titel ist… "Vom Glück verurteilt"… es ist als Tagebuch geschrieben, aber sehr interessant zu lesen. Hier sehen sie mal«, sagte Wilbur und reicht Roscoe das Buch rüber.

 

Bereits als Roscoe das Buch in seinen Händen hielt, wusste er, dass er das Buch lesen musste. Es war ein brauner etwas abgegriffener Einband aus dunklem Leder mit goldener Schrift.

 

»Vom Glück verurteilt… mmh, das hört sich seltsam an, finden sie nicht?«, fragte Roscoe.

»Manchmal erkennen Menschen ihr Glück nicht. Dann kann es schon mal sein, dass das Glück etwas nachhilft. Es ist aus dem Jahr 1872. Der junge Mann ist der Sohn einer Rancherfamilie aus Lockhart, Texas. Das ist in der Nähe von Austin. Nach einem tragischen Schicksalsschlag beschließt er nach Arizona zu gehen. Also ich habe es verschlungen«, antwortete Wilbur und nahm einen großen Schluck aus seiner Kaffeetasse.

 

Roscoe hielt das Buch fest in seinen Händen. Ein junger Mann, der nach einem Schicksalsschlag seine Heimat verlassen hat. Das erinnerte Roscoe an sein eigenes Leben.

 

»Ich denke ich nehme es. Ich habe etwas übrig für Neuanfänger. Was bekommen sie dafür, Mr. Destiny?«, fragte Roscoe höflich.

 

»Was es ihnen wert ist. Sagen wir 8 Dollar?«, fragte Wilbur.

 

»Das ist es sicherlich wert. Haben sie eigentlich alle Bücher gelesen, die sie hier anbieten?«, fragte Roscoe zurück.

 

»Ach wissen sie. Mir ist die Welt da draußen zu modern. Ich habe hier in meinem Laden die ganze Welt in Büchern. Und so verschieden ist die Realität nicht von der Phantasie. Ich wünsche ihnen viele schöne Stunden mit dem Buch«, antwortete Wilbur, nahm etwas braunes Verpackungspapier und wickelte das Buch darin ein.

 

»Ich bedanke mich, Mr. Destiny«, sagte Roscoe und nahm das Buch.

 

Er lächelte Wilbur noch einmal an und verließ das Geschäft.

Als er wieder in seinem Bus saß, erschien ihn alles so unwirklich. Er sah das Buch in dem eingewickelten braunen Papier an, blickte noch einmal zum Geschäft von Wilbur Destiny und drehte dann den Zündschlüssel.

 

Auf seinem Weg nach Hause machte er noch einen kleinen Stopp bei "Jack in the Box" und lies sich zwei große Papiertüten mit Hamburger und Pommes einpacken. Vom Ultimate Cheeseburger über den Jumbo Jack, bis hin zum Double Jack.

 

Roscoe war für die nächsten zwei Tage versorgt. Zuhause angekommen, setzte er sich direkt an seine Textjobs. Innerhalb von zwei Stunden hatte er alles erledigt. Er mailte seine Arbeit zur Agentur und schaltete seinen Computer ab.

 

Roscoe nahm eine warme Dusche, zog sich gemütliche Klamotten an, verteilte seine Snacks um sich herum und stellte ein Sixpack Budweiser bereit.

 

Dann machte er es sich auf seinem Bett bequem und nahm das Buch zur Hand. Er biss einmal kräftig in einen seiner Hamburger und schlug das Buch auf.

 


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